Bienen finden im Sp├Ątsommer keine Nahrung mehr

Der deutsche Verband der Berufsimker (DBIB), der Bund f├╝r Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND), Greenpeace, Naturschutzbund (NABU) und das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany) protestieren gegen den Verlust von artenreichem Gr├╝nland durch eine intensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Damit gehen den Bienen im Sommer im l├Ąndlichen Raum die letzten Weidegr├╝nde verloren. Au├čerdem verlieren viele weitere Insekten und die letzten Wiesenbr├╝ter ihre wichtigen Lebensr├Ąume. "Wir fordern einen sofortigen Stopp des Pestizideinsatzes auf artenreichem Gr├╝nland", erkl├Ąrt Manfred Hederer, Pr├Ąsident der deutschen Berufsimker. "Nur so ist es m├Âglich, dass unsere Bienen im Sommer ├╝berhaupt noch Nahrung finden", erg├Ąnzt der Imker.

Bienen finden im Sp├Ątsommer keine Nahrung mehr

 

26.08.2014,  Gemeinsame Presseinformation von: PAN Germany; DBIB; BUND; NABU;  Greenpeace; Union der Basisz├╝chter; demeter; Mitteldeutsche Imkerunion

 

Download der Presseinformation vom 26.08.2014 (pdf-file, 108 kb)

  Umwelt- und Imkerverb├Ąnde fordern einen Stopp des Pestizideinsatzes auf Gr├╝nland
 Hamburg/Berlin 26.08.2014
 Der deutsche Verband der Berufsimker (DBIB), der Bund f├╝r Umwelt und  Naturschutz in Deutschland (BUND), Greenpeace, Naturschutzbund (NABU)  und das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany) protestieren gegen den  Verlust von artenreichem Gr├╝nland durch eine intensive  landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Damit gehen den Bienen im Sommer im  l├Ąndlichen Raum die letzten Weidegr├╝nde verloren. Au├čerdem verlieren  viele weitere Insekten und die letzten Wiesenbr├╝ter ihre wichtigen  Lebensr├Ąume. "Wir fordern einen sofortigen Stopp des Pestizideinsatzes auf  artenreichem Gr├╝nland", erkl├Ąrt Manfred Hederer, Pr├Ąsident der deutschen  Berufsimker. "Nur so ist es m├Âglich, dass unsere Bienen im Sommer  ├╝berhaupt noch Nahrung finden", erg├Ąnzt der Imker.

 

In der Bundesrepublik macht das Gr├╝nland noch knapp 5 Millionen  Hektar der landwirtschaftlich genutzten Fl├Ąche aus. Es ist damit ein  pr├Ągendes Element der Agrarlandschaft mit einem hohen ├Ąsthetischen Wert.  Das Bundesamt f├╝r Naturschutz (BfN) informierte dieses Jahr dar├╝ber,  dass von 2009 bis 2013 das Gr├╝nland in der Bundesrepublik um 820  Quadratkilometer und damit um 7,4 Prozent geschrumpft ist. Neben dem  Fl├Ąchenverlust sind Umwelt- und Imkerverb├Ąnde ├╝ber den Qualit├Ątsverlust  der Gr├╝nl├Ąnder besorgt.

 

V├Âllig unverst├Ąndlich ist f├╝r die Natursch├╝tzer, dass auf dem  verbleibenden Gr├╝nland Pestizide eingesetzt werden, um unerw├╝nschte  bl├╝hende Wildkr├Ąuter zu beseitigen. Landwirte spr├╝hen bundesweit  Herbizide (Pflanzenvernichtungsmittel), um h├Âhere Ertr├Ąge auf den Wiesen  zu erzielen. Die ├Âffentliche Hand unterst├╝tzt diese Praxis. So  verbreitet die Bayerische Landesanstalt f├╝r Landwirtschaft derzeit eine  ├╝ber 20 seitige farbige Brosch├╝re mit dem Titel "Unkrautmanagement auf  Wiesen und Weiden". Darin werden seitenweise Bl├╝hpflanzen unter der  Rubrik "minderwertige Platzr├Ąuber" aufgelistet und chemische  Bek├Ąmpfungsma├čnahmen empfohlen.

 

Gr├╝nlandfl├Ąchen ohne Herbizideinsatz bieten mit einer Vielfalt an  Strukturen und zeitlich gestaffelten Bl├╝habfolgen eine gro├če Vielfalt an  Nahrungs- und Lebensr├Ąumen f├╝r zahlreiche Tiere. Hier finden V├Âgel,  Amphibien und eine Vielzahl von Insektenarten ihre Nahrung. Aufgrund des  hohen Artenspektrums spielt der Erhalt artenreicher Gr├╝nlandfl├Ąchen  eine ganz wesentliche Rolle bei der Erreichung von nationalen und  internationalen Biodiversit├Ątszielen. Am 27. August 2014 hat Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU)  die deutschen Bauern- und Gartenverb├Ąnde zu einem Treffen in sein  Ministerium nach Berlin eingeladen. Es soll unter anderem ├╝ber den  Pflanzenschutz und seine Akzeptanzprobleme beraten werden.

 

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 Weitere Infos zum Thema:
 www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/presse/2014/PK_Gruenlandpapier_30.06.2014_final_layout_barrierefrei.pdf
   www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/biologische_vielfalt/20100100_biologische_vielfalt_wiesencheck_faltblatt.pdf
 Ansprechpartner:
 BUND, Tomas Br├╝ckmann, Tel.030/27586 420, Tomas.brueckmann@bund.net
 DBIB, Manfred Hederer, Tel. 08806 924 509, manfred.hederer@berufsimker.de
 PAN Germany, Susan Haffmans, Tel. 040/399 19 10-25, susan.haffmans@pan-germany.org
 Greenpeace, Manfred Santen, Tel: 040/30618-255, manfred.santen@greenpeace.de
 NABU, Florian Sch├Âne, Tel. 030/284984-1615, florian.schoene@nabu.de

Am 26.08.2014 von Diethelm Schneider verfasst.