Die Nester der Wildbienen

Wo hausen eigentlich die Wildbienen? Ein regelrechtes "Haus" hat doch nur die Honigbiene, oder?


Die Steinhummel, die Sie oben sehen können, ist eine Königin. Staatenbildend wie die Honigbiene, macht sie aber im Gegensatz zu dieser eine solitäre Phase durch: Den Winter verbringt sie alleine, nachdem sie sich im Herbst davor verpaart hat.

 
 Im Frühjahr sucht sie sich eine geeignete Räumlichkeit, z.B. ein Mauseloch oder einen hohlen Baum. Dorthin wird zunächst Isoliermaterial geschafft oder vorgefundenes genutzt, also Tierhaare, Moos, Federn oder Heu.
 
 Dann werden zunächst Vorratstöpfe angelegt, damit die Königin sich bei Schlechtwetterperioden und während der "Bebrütung" der Larven davon ernähren kann. Dann werden Brutzellen angelegt und mit Eiern beschickt. Diese werden regelrecht "bebrütet", indem die Königin gezielt Wärme produziert und damit die Entwicklung der Larven fördert.
 Nachdem die ersten Arbeiterinen herangewachsen sind, bleibt die Königin zunehmend nur noch im Bau, während die Arbeiterinnen den Außendienst übernehmen.
 
 
 Wie sieht es bei den solitären Bienen aus?
 Bei den solitären Bienen ist die Flugzeit der Weibchen (Königinnen) auf 4 bis 6 Wochen begrenzt. In dieser Zeit versucht jedes Weibchen seine Lebenszeit optimal zu nutzen und so viele Nachkommen wie möglich zu produzieren.
 
 Da sie zum Zellenbau auf die verfügbaren Materialien ihrer Umwelt angewiesen sind, verschwenden sie keine Zeit damit, für sich selber eine Behausung zu bauen. Vielmehr nutzen sie ihre noch unfertigen Zellen, um darin die Nacht zu überdauern.
 
 Ansonsten, das heißt wenn das Wetter es erlaubt, sind sie pausenlos damit beschäftigt, entweder Zellen zu graben, aus Pflanzenstengeln auszunagen oder Baumaterial einzutragen, oder diese Zellen mit Pollen und Nektar zu versorgen, um anschließend ein Ei daran zu legen.

 
 Einen Überblick über die verschiedenen Nestbauweisen der Wildbienen finden Sie auch auf unserem Plakat im botanischen Garten. Für den Bildschirm optimiert können Sie sich das Plakat auch hier ansehen.

Am 17.02.2007 von Diethelm Schneider verfasst.