Keine Pestizide und D√ľngemittel auf √∂kologischen Vorrangfl√§chen!

Damit Bienen (und andere n√ľtzliche Insekten) √ľberhaupt eine Chance haben, darf es auf √∂kologischen Vorrangfl√§chen KEINERLEI PESTIZIDE geben!

Unterst√ľtzen Sie deswegen die Aktion auf http://www.goodfoodgoodfarming.eu/eventsactions/no-pesticides-in-efas.html und rufen Sie den Bundesminister f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft, Herr Schmidt, dazu auf, Pestizide auf √∂kologischen Vorrangfl√§chen NICHT zuzulassen!


Sehr geehrter Herr Schmidt,

 

Fordern Sie eine echte GAP-Reform:
Keine Pestizide und D√ľngemittel auf √∂kologischen Vorrangfl√§chen!

 

Als einer von mehreren kleinen Schritten in Richtung einer umweltfreundlicheren Landwirtschaft sollen Europas Bauern k√ľnftig mindestens 5% ihrer Ackerfl√§chen als √∂kologische Vorrangfl√§chen verwenden, um an 30% der Direktzahlungen zu kommen.1 Doch es sind Ausnahmen und Schlupfl√∂cher vorgesehen, die den wichtigen Nutzen dieser Vorrangfl√§chen untergraben w√ľrden. So soll beispielsweise der Einsatz von synthetischen Pestiziden und D√ľngemitteln bei stickstoffbindenden Pflanzen die auf √∂kologische Vorrangfl√§chen wachsen, erlaubt sein.2

 

Es hat bereits mehrere politische Versuche gegeben, die Wirksamkeit der √∂kologischen Vorrangfl√§chen zu schw√§chen. Zum Beispiel wird die EU-Kommission in einem von 23 Mitgliedstaaten unterzeichneten Brief aufgefordert, landwirtschaftliche Produktion auf allen Vorrangfl√§chen in den GAP-Durchf√ľhrungsbestimmungen zu erlauben; dies ohne die Anwendung von Pestiziden und D√ľngemittel auszuschlie√üen.3 Wir fordern Sie auf, sich vor der Entscheidung im M√§rz 2014 gegen diese Abschw√§chung und f√ľr den Erhalt von √∂kologischen Vorrangfl√§chen, die diesen Namen auch verdienen, einzusetzen.  

 

Um das volle Potential der √∂kologischen Vorrangfl√§chen zu nutzen ist es wichtig, dass dort geeignete Bedingungen vorherrschen ‚Äď nur so kann die biologische Vielfalt gesch√ľtzt und gef√∂rdert werden, die letztlich auch den Landwirten zugute kommt. Die negativen Auswirkungen von synthetischen Pestiziden und D√ľngemitteln auf die Artenvielfalt machen deutlich, dass sie auf √∂kologischen Vorrangfl√§chen nichts zu suchen haben. Best√§uber wie Bienen und Hummeln und andere Insekten spielen eine entscheidende Rolle f√ľr unsere Ern√§hrungssicherheit. Ihr ohnehin eingeschr√§nkter Lebensraum darf nicht durch Pestizide und √ľbersch√ľssige N√§hrstoffe aus D√ľngemitteln verunreinigt werden. Die F√∂rderung von guten Bedingungen f√ľr Best√§uber wird nicht nur positive Auswirkungen auf die Artenvielfalt haben, sondern auch die Kosten f√ľr Landwirte reduzieren, da dies auf l√§ngere Sicht f√ľr mehr Produktivit√§t sorgt.

 

Das Prinzip der √∂kologischen Vorrangfl√§chen ist es, agrar√∂kologische Prozesse wie Best√§ubung und Bodenbildung zu f√∂rdern und eine verbesserte Regulierung von Wasser und N√§hrstoffkreisl√§ufen zu sichern. Davon profitiert das gesamte √Ėkosystem eines Bauernhofes mit seinen umliegenden Landschaften. √Ėkologische Vorrangfl√§chen umfassen Brachland, Hecken, B√§ume, Pufferstreifen, Forstfl√§chen und Ma√ünahmen wie Zwischenfr√ľchte und Winterbegr√ľnung. Mit wirklichen √∂kologischen Vorrangfl√§chen wird die Fruchtbarkeit und Produktivit√§t des europ√§ischen Agrarsystems erhalten und sogar gesteigert werden.

 

Wir lehnen Schlupfl√∂cher und Ausnahmen ab, die gegen die ausdr√ľcklichen W√ľnsche und Interessen der europ√§ischen Steuerzahler gehen und diejenigen Bauern benachteiligen, die bereits nachhaltige Praktiken umsetzen. Wir bitten Sie, sich aktiv gegen den Einsatz jeglicher Pestizide und D√ľngemittel auf √∂kologischen Vorrangfl√§chen einzusetzen. Das w√§re ein wichtiges Signal, das helfen w√ľrde, das Vertrauen der Menschen in Europa wiederherzustellen und um die Versprechen der GAP-Reform zu realisieren, sowie ein echter Schritt in Richtung einer besseren Lebensmittel- und Landwirtschaft f√ľr Europa.

 

Mit freundlichen Gr√ľ√üen,
Diethelm Schneider

 

1 http://ec.europa.eu/agriculture/newsroom/155_en.htm

2 http://issuu.com/arc2020/docs/das_efas_131216

3 http://issuu.com/arc2020/docs/23_ms_letter_nov_2013

 
(update: Anrede von 'Dr. Friedrich' in 'Schmidt' geändert)

Lesen Sie dazu auch:

Zu wenig Bestäuber?

Warum Unkrautvernichtungsmittel wirkungslos werden

Bienensterben: ‚ÄěVollst√§ndiges Verbot gef√§hrlicher Pestizide √ľberf√§llig!‚Äú

Verlust der Biologischen Vielfalt - Pestizide sind Hauptursache

Saatgutbehandlung tötet Bienen



Am 05.02.2014 von Diethelm Schneider verfasst.