Missbildungen und Fortpflanzungssch√§den - Gefahr f√ľr Besch√§ftigte in G√§rtnereien und deren Kinder durch hormonell wirksame Pestizide

Eine weitere alarmierende Studie weist gerade f√ľr "gr√ľne" Berufe wie G√§rtner eine katastrophale Auswirkung von Pestiziden auf die Entwicklung des Nachswuchses nach.
Wer weiterhin den Einsatz von hormonell wirksamen Pestiziden bef√ľrwortet oder erlaubt, vergeht sich an k√ľnftigen Generationen.

Missbildungen und Fortpflanzungssch√§den - Gefahr f√ľr Besch√§ftigte in G√§rtnereien und deren Kinder durch hormonell wirksame Pestizide

Untersuchungen belegen, dass Besch√§ftige in G√§rtnereien und ihre Kinder  vermehrt unter Fruchtbarkeitsst√∂rungen und Missbildungen der  Geschlechtsorgane leiden. Bei Kindern von G√§rtnerinnen, die hohen  Pestizidbelastungen ausgesetzt waren, gibt es h√§ufig Sch√§digungen der  Hoden und ihrer Funktionen. Das zeigen aktuelle Vergleichsstudien aus  D√§nemark. √Ąhnliche Befunde von genitalen Missbildungen bei Jungen, deren  Familien direkten Kontakt mit Pestiziden haben, liegen aus Brasilien  und Spanien vor. Diese und weitere Untersuchungsergebnisse hat das  Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. in der Studie "Endokrine Wirkung von  Pestiziden auf Landarbeiter und auf Besch√§ftigte in Gew√§chshauskulturen  und G√§rtnereien" zusammengetragen und bewertet.

"Vieles spricht daf√ľr, dass Umwelteinfl√ľsse wie Chemikalien und Pestizide f√ľr die beschriebenen St√∂rungen der Geschlechtsentwicklung verantwortlich sind", sagt Prof. Dr. Dietrich Klingm√ľller, leitender Endokrinologe an der Universit√§tsklinik Bonn, der die Studienergebnisse bewertet hat. In D√§nemark wurden wiederholt F√§lle von Neugeborenen mit Hodenhochstand (Kryptorchismus) und Fehlbildung der Harnr√∂hre (Hypospadie) dokumentiert. "Diese Ver√§nderungen der Geschlechtsentwicklung sind sehr gravierend. Sie sind als Verweiblichungserscheinungen anzusehen und deuten auf St√∂rungen des Hormonsystems hin", so Prof. Klingm√ľller.

F√ľr viele Pestizide wurde eine endokrine Wirkung - eine Wirkung auf das Hormonsystem - in Laborversuchen zweifelsfrei nachgewiesen. Diese Pestizide k√∂nnen Geschlechtsver√§nderungen wie Verweiblichung, Verm√§nnlichung und Unfruchtbarkeit verursachen. PAN hat mit der neuen Studie eine Liste bekannter endokrin wirkender Pestizidwirkstoff erstellt. Viele dieser Stoffe sind in Deutschland und in Europa weiterhin legal zugelassen.

Carina Weber, PAN Gesch√§ftsf√ľhrerin: "Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass die rechtlichen Regelungen der Pestizid-Wirkstoffpr√ľfung f√ľr einen vorsorgenden Gesundheitsschutz nicht ausreichen. Hormonell wirkende Pestizide d√ľrfen im Sinne des Vorsorgeprinzips nicht zugelassen werden." Auch wenn einige der Studien methodische Defizite aufweisen, m√ľssten die Hinweise auf die sch√§digende Wirkung endokriner Pestizide vor allem auf Kinder im Mutterleib sehr ernst genommen werden, so Weber.

Auf EU Ebene wird aktuell diskutiert, welche Kriterien erf√ľllt sein m√ľssen, damit ein Pestizid als endokrin wirksam gilt und wegen dieser gef√§hrlichen Wirkung nicht mehr zugelassen werden darf. PAN ruft dazu auf, bei dieser Entscheidung die vorliegenden Forschungsergebnisse im Sinne des Vorsorgeprinzips zu ber√ľcksichtigen.

Download der PAN-Studie unter
http://www.pan-germany.org/download/pan_studie_endokrine_pestizide_1303.pdf

Kontakt: Susan Haffmans, Tel. 040-399191025,
E-Mail: susan.haffmans@pan-germany.org

Quelle: Newsletter PAN (Pestizid Aktions Netzwerk) vom 20.3.13

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Am 21.03.2013 von Diethelm Schneider verfasst.